Entnahme von Zahngold aus Totenasche gilt als Störung der Totenruhe

Durch Beschluss des Bundesgerichtshofes (BGH) in Karlsruhe gehört auch das Zahngold Verstorbener zur Totenasche.

Deshalb stören Krematoriumsmitarbeiter, die das in der Asche Verstorbener gefundene Zahngold abzweigen, die Totenruhe und machen sich strafbar, entschied das Gericht (AZ: 5 StR 71/15) . Nach §168 Abs. 1 StGB wird die Totenruhe gestört, wenn eine „unbefugte“ Wegnahme des verstorbenen Körpers, Körperteilen oder der Totenasche vorliegt.

Mit einer unbefugten Zahngoldentnahme werde damit der postmortale Persönlichkeitsschutz des Toten verletzt. Die Asche steht dabei genauso unter Schutz, wie der Körper der Teile des Körpers eines verstorbenen Menschen. Damit ist auch das Zahngold Teil der Totenasche, die als „Menschenrest“ unter dem Schutz des postmortalen Persönlichkeitsrechts steht, so der BGH. Der BGH entschied nun, dass mit Asche nicht allein ein „pulveriger staubartiger Verbrennungsrückstand“ gemeint sei, „der vom Feuer unversehrte Gegenstände nicht erfasse.“ Asche sei schlicht ein Verbrennungsrückstand, zu dem auch festere Bestandteile wie Goldzähne gehörten. Die könnten „nicht ohne Verletzung der Körperintegrität entfernt werden.“

(Pressemitteilung Bestatterverband NRW e.V.)  

Unser Hafen : gemeinsamer Friedhof für Mensch & Tier

Viele Tierbesitzer verbindet ein langer gemeinsamer Weg und eine tiefe Freundschaft mit ihrem geliebten vierbeinigen Mitbewohner. Oft wird das Haustier Familienmitgliedern gleichgestellt und spendet treue Gesell- und Gefolgschaft über Jahre hinweg. So wundert es nicht, wenn Menschen den Wunsch verspüren, auch über den Tod hinaus die Verbundenheit mit dem geliebten tierischen Gefährten zu dokumentieren. Nun gibt es eine Möglichkeit, Mensch und Tier gemeinsam auf einem Friedhof in einem gemeinsamen Urnengrab bestatten zu lassen.

Die Deutsche Friedhofsgesellschaft eröffnete jüngst unter der Bezeichnung „Unser Hafen“ Mensch-Tier-Friedhöfe in Dachsenhausen (nahe Koblenz) und in Essen. „Immer wieder haben uns Menschen gefragt: ‚Gibt es eine Möglichkeit, gemeinsam mit meinem Tier bestattet zu werden?‘ Nun können wir endlich antworten: ‚Ja! Auf dem Friedhof Unser Hafen'“, so Judith Könsgen von der Deutschen Friedhofsgesellschaft zu den Beweggründen, solche Bestattungsorte zu schaffen. Die sogenannten „Familiengräber“ können bis zu 12 Urnen beherbergen. Die „Familiengräber“ werden individuell mit Grabstein und Grabbepflanzung vom Grabnutzungsberechtigen angelegt und gepflegt. Die Lage ist innerhalb der zentralen Rasenfläche frei wählbar. Zur Veranschaulichung wurden von den Betreibern bereits einige Mustergräber installiert, so hatte man beispielsweise beim Tag der Offenen Tür im Krematorium Dachsenhausen die Möglichkeit, den Mensch-Tier-Friedhof zu besuchen. Ausschließlich Urnenbestattungen sind auf dem Mensch-Tier-Friedhof zulässig. Humanbestattung- und Kremation finden nicht gemeinsam mit der Tierbestattung und Tierkremation statt. Für die Feuerbestattung von Tieren sind spezielle Tierkrematorien zuständig. Bestattungen werden über Bestatter in Auftrag gegeben, die die Haustierbestattung an spezielle Tierbestatter weiter vermitteln.

Für weitere Informationen zum Thema „Unser Hafen“ steht Ihnen unser Team von Bestattungen Welsch selbstverständlich gerne zur Verfügung!